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6.2 Wahrscheinlichkeitsverteilung einer Zufallsgröße X

Neben den Werten einer Zufallsgröße X sind vor allem die Wahrscheinlichkeiten von Interesse mit denen diese Werte jeweils auftreten. Ziel ist dabei, dass jedem Wert \(\small x_i\) der Zufallsgröße eine Wahrscheinlichkeit zugeordnet werden kann.

 

Wahrscheinlichkeitsverteilung für das Urnenbeispiel

 

Definition Wahrscheinlichkeitsverteilung:
Eine Funktion W, die jedem Wert \( \small x_i\) mit \(\small 1 \leq i \leq n\) einer Zufallsgröße X genau die Wahrscheinlichkeit \(\small P(X=x_i) \) zuordnet, heißt Wahrscheinlichkeitsverteilung der Zufallsgröße.

Schreibweise: \( \small W: x \mapsto P(X=x) =P(\{\omega|X(\omega)=x\})\)

 

Wahrscheinlichkeitsverteilung - Urnenbeispiel

Mit Hilfe der Lapace-Wahrscheinlichkeiten und Mitteln der Kombinatorik kann für jeden Wert der Zufallsgröße X die zugehörige Wahrscheinlichkeit \( \small P(X=x)\) ermittelt werden.

  • \(\small P(X=0)=0,7^4=24,01 \%\)
  • \(\small P(X=1)=4 \cdot 03 \cdot 0,7^3=41,16 \%\)
     
  • \(\small P(X=2)=6 \cdot 0,3^2 \cdot 0,7^2=26,46 \%\)
     
  • \(\small P(X=3)=4 \cdot 0,3^3 \cdot 0,7=7,56 \%\)
     
  • \(\small P(X=4)=0,3^4=0,81 \%\)
  • Es gibt nur schwarze Kugeln
  • Eine rote Kugel kann auf vier Positionen gesetzt werden.
  • Zwei rote Kugeln können mit sechs Möglichkeiten verteilt werden.
  • Eine schwarze Kugel kann auf vier Positionen gesetzt werden
  • Nur rote Kugeln!

Die Summe aller Wahrscheinlichkeiten der Zufallsgröße muss wieder 1 ergeben!

 

Tabellendarstellung der Wahrscheinlichkeitsverteilung
Die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer Zufallsgröße wird häufig in Form einer Tabelle angegeben:

\( \small x_i \) 0 1 2 3 4
\(\small P(X=x_i) \) \(24,01 \%\) \(41,16 \%\) \(26,46 \%\) \(7,56 \%\) \(0,81 \%\)

 

Wahrscheinlichkeitsverteilung - "chuck-a-luck"

  • Die Wahrscheinlichkeitsverteilung lässt sich am einfachsten entwickeln mit Hilfe der Laplace-Wahrscheinlichkeit und Mitteln der Kombinatorik vorgeht und die Positionen der "Treffer" betrachtet bzw. die Würfel unterscheidet.
     
  • Sei dabei T die Bezeichnung für Treffer, d.h. die gesetzte Zahl erscheint, und N für Niete.
     
  • \(\small P(X=-1)=P(NNN)=\frac{5 \cdot 5 \cdot 5}{6 \cdot 6 \cdot 6}=\frac{125}{216}\)
  • \(\small P(X=1)=P(TNN)+P(NTN)+P(NNT)=\frac{1 \cdot 5 \cdot 5}{6 \cdot 6 \cdot 6}+\frac{5 \cdot 1 \cdot 5}{6 \cdot 6 \cdot 6}+\frac{5 \cdot 5 \cdot 1}{6 \cdot 6 \cdot 6}=\frac{75}{216}\)
  • \(\small P(X=2)=P(NTT)+P(TNT)+P(TTN)=\frac{5 \cdot 1 \cdot 1}{6 \cdot 6 \cdot 6}+\frac{1 \cdot 5 \cdot 1}{6 \cdot 6 \cdot 6}+\frac{1 \cdot 1 \cdot 5}{6 \cdot 6 \cdot 6}=\frac{15}{216}\)
  • \(\small P(X=3)=P(TTT)=\frac{1 \cdot 1 \cdot 1}{6 \cdot 6 \cdot 6}=\frac{1}{216}\)

 

Tabellendarstellung der Wahrscheinlichkeitsverteilung

\( \small x_i \) -1 1 2 3
\(\small P(X=x_i) \) \(\frac{125}{216}\) \(\frac{75}{216}\) \(\frac{15}{216}\) \(\frac{1}{216}\)