10.2 Mehrstufige Zufallsexperimente und die Pfadregeln
Je nachdem, ob wir ein Zufallsexperiment in einer Stufe
/ einem Schritt oder in mehreren Schritten
durchführen können, sprechen wir von einem einstufigen oder
mehrstufigen Zufallsexperiment. Wir sprechen dabei auch
sogenannten zusammengesetzten Zufallsexperimenten.
Baumdiagramme
Mehrstufige Zufallsexperimente lassen sich sehr gut mit einem
Baumdiagramm veranschaulichen. Auf jedem Teilpfad des Baums wird
dabei die jeweilige Wahrscheinlichkeit angeschrieben.
Beispiel:
Beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht braucht Hans
eine \("6"\) damit er das Haus verlassen kann. Falls er anschließend eine
\("1\) oder eine \("3"\) würfelt, kann er einen anderen Kegel werfen!

Es gelten an
jedem Baum die sogenannten Pfadregeln
- Die Wahrscheinlichkeiten auf den Teilpfaden, die von einer
Verzweigungsstelle (Knoten) ausgehen, ergeben zusammen (Summe)
stets \(1 = 100 \%\) .
Im der ersten Stufe: \( \frac{1}{6}+ \frac{5}{6}=1
\hspace{5mm} \Rightarrow\) "Hans kann das Haus verlassen oder
nicht!"
- Die Wahrscheinlichkeit für ein spezielles Ergebnis ist gleich dem
Produkt der Wahrscheinlichkeiten auf dem gesamte Pfad,
der zu diesem Ergebnis führt.
\(P("63")= \frac{1}{6} \cdot
\frac{1}{6} = \frac{1}{36} \hspace{5mm} \Rightarrow\) "Hans
verlässt das Haus und wirft den gelben Kegel!
- Die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis ist gleich der Summe
der Wahrscheinlichkeiten der passenden Ergebnisse.
\( \frac{1}{6}\cdot
\frac{1}{6}+ \frac{1}{6} \cdot \frac{1}{6} = \frac{2}{36}=\frac{1}{18}
\)
\( \hspace{5mm} \Rightarrow\) "Hans verlässt das Haus
kann den gelben oder grünen Kegel werfen!